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Krav Maga

by Chris Schmidt

Krav Maga (ausgesprochen Kravh-Mhgah) kann aus dem Hebräischen einfach übersetzt werden als Nahkampf oder auch Kontaktkampf. Bei Krav Maga handelt sich um ein schnell zu erlernendes und leicht anzuwendendes taktisches Selbstverteidigungssystem. Anstelle der Vermittlung einer Vielzahl komplizierter Techniken stellt Krav Maga einfache universelle Prinzipien in den Mittelpunkt. Hier sind einige dieser Prinzipien:

Die Verteidigung muss auf den natürlichen menschlichen Instinkten und Verhaltensweisen aufbauen
Die Verteidigung muss unmittelbar gegen die jeweils akute Gefahr wirken
Jede Verteidigung muss zugleich Gegenangriff sein
Eine Verteidigung muss gegen verschiedene Angriffsformen funktionieren
Das System muss so aufgebaut sein, dass sich Techniken und Bewegungen ergänzen
Alle Techniken müssen für jeden Menschen leicht erlernbar sein
Eine Verteidigung muss auch unter ungünstigen Umständen funktionieren
Das Training muss die Stresserfahrung realer Angriffe beinhalten
Das System muss laufend aktualisiert werden

Die Orientierung an solchen Prinzipien erlaubt eine flexible Gestaltung des Trainings und Auswahl der Techniken. Tatsächlich kann auf diesem Wege jedermann sein eigenes persönliches Krav Maga erhalten. Hier offenbart sich eine weitere Besonderheit des Krav Maga. Im Focus steht immer der Trainierende, also der Mensch und nicht das System.

Krav Maga ist kein Kampfsport

Trotz vieler Aufklärungsmassnahmen wird Krav Maga fälschlicherweise immer noch häufig der Kategorie Kampfkunst oder Kampfsport zugeordnet. Krav Maga ist jedoch alles andere als das. Bei genauer Betrachtung ist es von seinen Ansätzen und Zielen her sogar ziemlich genau das Gegenteil: Klassische Kampfkünste sind vom System her eher starr und dogmatisch. Sie konzentrieren sich auf die Aufrechterhaltung von Traditionen und die Weitergabe von Techniken, die von alten Meistern entsonnen und vererbt wurden. Oft wird viel Wert auf elegante und präzise Bewegungen und Details gelegt. Krav Maga hat eine ganz andere Grundlage. Es ist ein flexibles und offenes System. Es wächst und verändert sich ständig und schöpft seine Flexibilität aus den Erfahrungen, die tagtäglich weltweit im zivilen, polizeilichen und militärischen Bereich gewonnen werden. Für aktuelle Bedrohungsformen werden Lösungsansätze unmittelbar entwickelt. Anstelle von komplizierten Techniken werden einfache Prinzipien und Taktiken vermittelt.Der Kampfsport hingegen hat sich zumeist aus den traditionellen Kampfkünsten entwickelt. Um die Sportler zu schützen wurden dabei Techniken entfernt oder durch Abwandlungen entschärft. Durch Hinzufügung von allseits anerkannten Regeln wurden weitere Limits gesetzt. Je nach Sportart sind z.B. Techniken gegen die Augen und Genitalien, das Beissen oder sogar das Schlagen und Treten sowie der Einsatz von Waffen verboten. Selbst so genannte Mixed Martial Arts oder Ultimate Fighters kämpfen letztlich in einer kontrollierten Umgebung mit limitierten Möglichkeiten. Krav Maga geht den entgegengesetzten Weg. Im Bewusstsein darüber, dass es bei realen Bedrohungslagen keine Regeln gibt und daß der Angreifer zumeist bedingungslos entschlossen ist, seine Tat umzusetzen, wird grundsätzlich ohne (mentale) Limits trainiert. Dies schliesst die erforderliche Sicherheit im Training nicht aus. Im Gegenteil: Die besondere Didaktik des Krav Maga erlaubt den kontrollierten Umgang mit Ängsten und Gefahren und die selbstbestimmte Dosierung der eigenen Handlungen. Die Möglichkeiten des Kämpfers werden dadurch erweitert und nicht eingeschränkt.

Coming home safe

Bei Krav Maga geht es niemals um Schönheit, Perfektion oder Fairness. Es geht um realistische Lösungen für gewalttätige Konfrontationen. Ein echter Kravist hat kein Interesse daran, sich selbst, seinem Gegner oder einem etwaigen Zuschauer zu beweisen, dass er eine bestimmte Technik bravourös beherrscht. Auch ist ihm nicht an einem sportlichen Vergleich gelegen. Er hat nur ein Ziel: Sich und die, die er liebt sicher nach Hause zu bringen. Um die Idee von Krav Maga besser zu verstehen ist es hilfreich, einen kurzen Blick auf die Entstehungsgeschichte und den Begründer Imi Lichtenfeld zu werfen: Imi wurde 1910 in Budapest geboren, wuchs aber im slowakischen Bratislava auf und war gewissermassen ein sportliches Naturtalent. So gewann er mit gerade mal 19 Jahren die slowakische Meisterschaft im Ringen und im selben Jahr die nationale Boxmeisterschaft sowie einige internationale Box- und Turnmeisterschaften. Im darauf folgenden Jahrzehnt wurde er zu einem der erfolgreichsten Ringer in Europa, wobei er sowohl als Athlet wie auch als Trainer aktiv war. Geprägt wurde Imi dabei sicherlich von seinem Vater Samuel, der nach einer Karriere als Zirkusakrobat und Ringer 30 Jahre lang als leitender Polizeibeamter und Nahkampfausbilder in Bratislava tätig war. Er wurde bekannt für seine auffallend hohe Anzahl von Festnahmen besonders gewaltbereiter Krimineller. Wenn er nicht gerade brutalen Straftätern auf der Spur war, unterrichtete Samuel auch Zivilisten in Selbstverteidigung.

Aus dem Krieg für den Krieg

Im Verlauf der 1930er Jahre kam es auch in Bratislava immer häufiger zu antisemitischen Übergriffen faschistischer Gruppen gegen die jüdische Bevölkerung. Der junge Imi Lichtenfeld wurde dabei zum Widerstandskämpfer im wahrsten Wortsinne: Aufgrund seiner Erfahrungen im Ringen, Boxen und Gewichtheben organisierte er die Selbstverteidigung der jüdischen Gemeinschaft und war an zahllosen Strassenkämpfen beteiligt. Gemeinsam verteidigten die Juden ihre Viertel gegen den faschistischen Mob. Imi erhielt den Beinamen „König ohne Krone“. Als Leitfigur des Widerstandes wurde er zum erklärten Feind der Antisemiten und musste 1940 aus Bratislava fliehen. Es gelang ihm, mit dem letzten Immigrantenschiff die Linien der Nazis zu durchbrechen und Richtung Palästina zu fahren. Die Unruhen von Bratislava hatten Imi noch einmal sehr deutlich den Unterschied zwischen sportlichem Wettstreiten und realen Strassenkämpfen erkennen lassen. In dieser brutalen Zeit wurde die Idee von Krav Maga geboren. Als Imi einige Jahre später nach einer abenteuerlichen Reise im gelobten Land eintraf, trat er dort in die Haganah ein, eine paramilitärische Organisation, die für die jüdische Unabhängigkeit kämpfte. Als anerkannter Experte wurde er hier zum Ausbilder für Selbstverteidigung, Waffen- und Nahkampf. Mit der Gründung des Staates Israel im Jahre 1948 ergab sich auch die Erfordernis zur raschen Aufstellung einer eigenen Armee. Weil Israel sich seit seiner Entstehung fast ununterbrochen im Kriegszustand mit arabischen Ländern befindet, ist praktisch jeder Bürger als aktiver Soldat oder Reservist in die Landesverteidigung eingebunden. Zeitweise wurden Soldaten nach nur sechsmonatiger Kurzausbildung in den Kampf geschickt. Aus diesem Grunde lautete bereits beim Aufbau der IDF (Israel Defense Forces) der Auftrag, ein Nahkampfsystem zu entwickeln, welches sowohl den 18jährigen Sportler als auch die 40jährige Bäuerin befähigt, aus einer Gewaltsituation als Sieger hervor zugehen.

Natürlich kämpfen

Ein solches Kampfsystem muss besondere Voraussetzungen erfüllen. Insbesondere müssen etwaige Techniken leicht erlernbar und auch unter Stress abrufbar sein, selbst wenn der Anwender zuvor nur wenig Zeit zum Trainieren hatte. Mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe wurde Imi Lichtenfeld betraut, der zum Chefausbilder für militärische Fitness und Nahkampf (Krav Maga) ernannt wurde, derweil die Haganah in die IDF eingebunden wurde. Imi’s Konzept basierte darauf, alle Kampftechniken auf den natürlichen menschlichen Instinkten aufzubauen. Anstatt ihnen zu sagen, was sie tun sollten, begann Imi damit zu erforschen, wie die auszubildenden Soldaten unter Stress automatisch reagierten. Erst dann entwickelte er aufgrund dieser instinktiven Reaktionen die entsprechenden Verteidigungstechniken. Durch diese Vorgehensweise wird sichergestellt, dass alle Techniken den natürlichen menschlichen Bewegungen folgen. Hierin ist auch die für Beobachter häufig unverständliche Schnelligkeit von Krav Maga begründet. Die Erklärung ist dabei sehr einfach: Weil die Verteidigungshandlungen eng an die instinktiven und natürlichen Bewegungen gekoppelt sind, reduziert sich die Reaktionszeit auf ein Minimum.

Never give up

Ausserdem achtete Imi stets darauf, dass die positive Aggressivität der Kämpfenden erhalten beziehungsweise wiederhergestellt wurde. (..)

Every man and every woman shall be able to defend themselves.
Everyone shall learn Krav Maga.
So that one may walk in peace.“
(Imi Lichtenfeld)

„Never again!“ lautet daher die Parole, die in Israel jedes Kind kennt und die sich als fester Glaubenssatz in allen Köpfen manifestiert. Folglich führt Israel jeden Krieg als direkten Kampf ums Überleben. Diese Einstellung spiegelt sich auch in allen Aspekten der Vorbereitung und des Trainings wieder. Krav Maga reagiert deshalb mit aggressiver Verteidigung auf unberechtigte gewalttätige Angriffe und verfolgt die Absicht, den oder die Angreifer schnellstmöglich zu neutralisieren. Darüber hinaus wird beim Trainierenden eine Nichtaufgeber-Mentalität erzeugt. Denn Aufgeben wird katastrophale Folgen haben.

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